Emmys Berichte aus Great Britain

Emmys Berichte über "Leben in Great Britain"

2. Bericht 'Leben in Britain'

Wohnen wie im 18. Jahrhundert

manchmal tropft´s, manchmal kocht man, manchmal ist es einfach nur schön

 

Liebe Leserinnen und Leser,

das letzte Mal habe ich Ihnen etwas von der schönen Grünheit der englischen Insel erzählt. Heute möchte ich ein Wort über die wunderschönen Häuser aus einer anderen Zeit und das echte Wohnen in ihnen, verlieren.

Holen wir etwas aus und gehen zurück in das Georgianische Zeitalter. Wissen Sie, es gab hier auf der Insel eine Zeit, da konnte das englische Königshaus keinen direkten Nachfolger stellen. Hier sprang das Haus Hannover mit Georg I ab 1714 ein. Ihm folgten eine Reihe Georgs, die nacheinander das Land für etwas mehr als 100 Jahre regierten. In dieser Zeit passierten viele politische und gesellschaftliche Veränderungen. Technische Neuerungen wurden ebenfalls notwendig und erfolgreich erdacht. Das alles verhalf so manchem zu neuem Wohlstand.

Ab einem gewissen Punkt wollte dieser neue Reichtum gezeigt werden. Es wurden breite Straßen für die mehr werdenden Kutschen sowie großzügige Parks einladend zum Flanieren, angelegt. Eine neue Architektur entstand. Georgianische Häuser waren symmetrisch konstruiert, wiesen klare Linien auf und sollten elegant wirken. Neue Häuser mit Säulen vor den Eingangstüren, halbrunden Fenstern über der Tür und bodenlangen Zimmerfenstern, um möglichst viel Licht hineinzulassen, wurden gebaut. Leider wusste man nicht wie man so ein großes Fensterglas in einem Stück fertigen sollte. Daher behalf man sich und unterteilte das Glas in viele kleine Scheiben.

Kommen Sie heute nach Großbritannien werden Ihnen oft solche Häuser, auch Privathäuser, Parks und Straßen begegnen. Selbst neugebaute Häuser folgen dieser alten Architektur, damit sie ins allgemeine Stadtbild passen. Meines Erachtens eine wahre Freude für´s Auge. So herrschaftlich und schön.

Wenn man das Glück hat in einem dieser alt-neuen Häuser zu leben, betrachten man Glück plötzlich ganz neu. Mal abgesehen davon, dass Häuser und Apartments, egal ob zu mieten oder zu kaufen, schwindelig machend teuer sind, wird man häufig, neben aller Schönheit, mit ein paar Unannehmlichkeiten konfrontiert. Es ist keine Seltenheit, dass die Fenster, auch heute noch, nur einfachverglast in Holzrahmen stecken. Zugegeben, es gibt auch zweifachverglaste Fenster in Kunststoffrahmen. Aber egal wievielfach sie verglast sind, es zieht trotzdem und die Scheiben beschlagen bei Kälte. Das habe ich das letzte Mal bei meiner Oma in den frühen 80ern erlebt.

Die Heizung funktioniert in der Regel sehr gut. Nur kann es passieren, dass sie alle zwei Wochen ausfällt und auch Thermostatregler nicht funktionieren. Heißt, Sie müssen mit der Höchstheiztemperatur leben, schwitzen oder das Fenster öffnen. Es kommt auch vor, dass der Thermostatregler ganz fehlt. Damit geht diese Heizung dann nur noch aus, wenn sie das ganze Heizungssystem im Frühling ausstellen. Eine weitere Herausforderung stellen leckende Stellen im Haus dar. Es ist leider keine Seltenheit, dass in vielen Häusern bei länger anhaltendem Regen, dieser ins Haus kommt und es irgendwann tropft.

Nun, man lernt sich zu arrangieren. Hat meine Oma schließlich auch.

Auf der anderen Seite wird man mit hohen Holzfußleisten, glatten Wänden in geschmack-vollen Farben, stuckverzierten Deckenabschlüssen, wunderschönen, zum Teil breiten Treppenhausaufgängen, geschmackvollen Innen- und Außentüren, die wie die Fenster bodenlang und von Auge erfreuender Gestalt sind, Tiffanyverglasungen, Wintergärten, altgestalteten Kaminen, modernen Bädern und Küchen als auch schönen Böden belohnt.

Das muss man den Engländern lassen. Was Design und Innengestaltung angeht, beweisen sie sehr oft sehr viel Geschmack. Da ist es dann auch nicht so schlimm, sich mit den ein oder anderen Widrigkeiten zu arrangieren.

Liebe Leserinnen und Leser, mit diesem zweiten Eindruck zum Leben im Land, verabschiede ich mich für heute von Ihnen und freue mich, wenn Sie ab 18.3. zum Thema Verkehr wieder vorbeischauen.

Machen Sie es gut.

Take care.

Ihre

Emmy Butt

 

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